Aktuelle Veröffentlichungen

Hannes Heer, Jürgen Kesting, Peter Schmidt:
Verstummte Stimmen. Die Bayreuther Festspiele und die „Juden“ 1876 bis 1945, Berlin 2012

Die erstmals 2006 in Hamburg gezeigte Wanderausstellung „Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der ‚Juden‘ aus der Oper 1933 bis 1945“ widmet sich einem kaum untersuchten Kapitel der Nazizeit – der „Säuberung“ der deutschen Opernhäuser. Die aus einem überregionalen und einem jeweils neu recherchierten lokalen Teil bestehende Ausstellung erzählt das Schicksal von 44 prominenten Komponisten, Dirigenten, Regisseuren, Sängerinnen und Sängern, die Opfer der rassistischen Musikpolitik der Nationalsozialisten wurden, darunter Arnold Schönberg, Kurt Weill, Otto Klemperer, Bruno Walter, Gitta Alpár, Delia Reinhardt, Lotte Schöne, Richard Tauber, Joseph Schmidt und Friedrich Schorr.

Die lokale Fallstudie „Die Bayreuther Festspiele und die ‚Juden‘ 1876 bis 1945“ behandelt drei bisher nicht untersuchte Themen: den Missbrauch der Festspiele als Mittel der antisemitisch deutsch-nationalen Mobilisierung, die lange vor 1933 praktizierte Diffamierung und Ausgrenzung „jüdischer“ Künstler und die Schicksale derjenigen, die in Bayreuth auftraten und dann zu Opfern des NS-Regimes wurden. Die Biografien von 29 dieser in der Ära Cosima und Siegfried Wagner Diffamierten sowie die Schicksale der 53 im Dritten Reich Verfolgten – darunter die von 12 Ermordeten – werden ausführlich erinnert. Die 412-seitige Publikation ist für 24,00 Euro beim Metropol Verlag Berlin bestellbar.

  • Kommende Vorträge

    15. April 2015, 20 Uhr
    Universität Hamburg, Hauptgebäude, Hörsaal H
    Der Skandal als vorlauter Bote.
    Nazi-Erbschaften am Beispiel der Debatten um die Sonntagsrede und Lebensbeichte von Martin Walser und Günter Grass

    23. April 2015, 19.30 Uhr
    Hamburg, Evangelische Akademie der Nordkirche, Dorothee-Sölle-Haus, Königstraße 54
    Vom Versagen der deutschen Eliten.
    Dietrich Bonhoeffers Analyse von Nationalsozialismus und Bürgertum